Konservierung und Restaurierung eines turkmenischen Knüpfteppichs
Projekt: Turkmenischer Knüpfteppich
Vortrag: VDR Fachtagung - Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Zeitraum: 2018
Im Rahmen meines Vordiploms sowie einer Semesterarbeit am Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien, ausgeführt von Caroline Göllner und Cordula Redl, wurde in den Jahren 2016/17 ein turkmenischer Knüpfteppich behandelt. Das kostbare Sammlerstück stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Augenfälligste Merkmale sind seine geometrische Ornamentik sowie die rotbraune Farbe. Der orientalische Teppich wurde von den Yomut-Nomaden nach traditioneller Methode aus Wolle handgeknüpft. Aufgrund von Musterung und technischen Merkmalen kann er der sogenannten „Adlergruppe“ zugeordnet werden.
Obwohl der Teppich keiner ständigen Benutzung ausgesetzt war, weist er zahlreiche Schadstellen auf. Besonders auffällig sind größere Löcher, die im Zuge von Reparaturmaßnahmen originalgetreu neu eingeknüpft wurden und sich inzwischen vom übrigen Teppich abheben. Kleinere Fehlstellen wurden durch rückseitig aufgebrachte Klebebänder gesichert. Im Vortrag wird der Umgang mit den Altreparaturen diskutiert: Welche sind aus konservatorischer Sicht bestandsgefährdend, welche müssen zum Erhalt des Objektes zwingend entfernt, welche können gegebenenfalls belassen werden?
Der Schwerpunkt der praktischen Arbeit lag im Entfernen der Klebestreifen sowie der Sicherung der Fehlstellen und Fixierung des Teppichs mit sich auflösenden Knotenreihen. Verschiedene nähtechnische Methoden waren notwendig, um die unterschiedlichen Schadensstufen zu behandeln.
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